- 07.03.–17.06.2026
- Ausstellung · Aktuell
Architecture of Hidden Activity
Die physische Dimension des Digitalen
Wo berührt das Digitale die physische Welt? Welche Landschaften bringt das Digitale hervor, und was bedeutet die Illusion einer digitalen Immaterialität? Die Gruppenausstellung Architecture of Hidden Activity richtet den Blick auf jene physischen Infrastrukturen, die unser digitales Leben tragen und dennoch meist im Hintergrund technischer Systeme verborgen bleiben. Durch diese Strukturen zirkulieren ununterbrochen Daten in kaum vorstellbarem Ausmaß und steuern Warenströme, Geldtransfers, kritische Infrastrukturen sowie die Verwaltung von Gesellschaften.
Diese Prozesse beruhen jedoch auf materiellen Voraussetzungen: Metalle, seltene Erden, chemische Stoffe, Erdöl, Gas, Wasser und Kunststoffe – sie formen Rechenzentren, Sendemasten, in den Tiefen der Ozeane verlegte Kabel und ein globales Satellitennetz. Entgegen der Vorstellung eines immateriellen Digitalen hinterlässt die digitale Infrastruktur tiefgreifende Spuren in Ökosystemen und Landschaften.
Die Künstlerinnen greifen diese Zusammenhänge auf und übersetzen die komplexen Prozesse in Installation, Objekt, Skulptur, Video und Fotografie. Emma Charles führt filmisch in unterirdische Rechenzentren und urbane Architekturen, die das digitale Leben physisch verankern. Marie Rief schmilzt die Seiten einer Patentakte für ein Touchscreen-Display in Glasplatten ein und thematisiert den isolierten Informationszugang. Karin Sander reflektiert mit Arbeiten wie Map Icon die Visualisierungsformen von Plattformen wie Google Maps und stellt die Beziehung zwischen Raum, Werk und Betrachter neu zur Disposition. Stefanie Seufert transformiert die alltägliche Geste des Scrollens in analoge Fotogramme, die den männlich geprägten Geniekult der Kunstgeschichte subversiv unterlaufen. Silja Yvette hebt ‚Verpackungskörper‘ fotografisch auf ein symbolisches Podest während sie in Tools of Modernity den Lebenszyklus von Gehäusen technischer Geräte im Kontext des Fotostudios skulptural reflektiert.
Die Arbeiten zeigen auf, wie Werte und Ressourcen im digitalen Zeitalter entstehen, gesichert und transformiert werden. Gemeinsam entfalten sie ein Narrativ über die Materialität des Digitalen und die Schnittstellen von Ökonomie, Technologie und Alltag.
Gefördert im Rahmen des Programms Präsentation zeitgenössischer bildender Kunst der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Künstlerische Leitung: Marie Rief und Silja Yvette
Kuratorische Assistenz: Tatjana Rotfuß
- Emma Charles
- Marie Rief
- Karin Sander
- Stefanie Seufert
- Silja Yvette
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- Event
Mittwoch03.06.2618:00 UhrGalerie im KörnerparkPodiumsgespräch
Ein interdisziplinäres Podiumsgespräch beleuchtet die materielle Dimension des Digitalen aus wissenschaftlicher Perspektive. Expert:innen aus Forschung und Theorie diskutieren die Illusion digitaler Immaterialität, den Ressourcenaufwand technischer Infrastrukturen sowie die Auswirkungen digitaler Omnipräsenz auf Gesellschaft und Umwelt – und erweitern damit den Diskurs der Ausstellung.
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Mittwoch17.06.2618:00 UhrGalerie im Körnerpark
Finissage
mit Kuratorinnenführung mit Marie Rief und Silja YvetteZur Finissage führen die Kuratorinnen durch die Ausstellung und geben Einblicke in ihre Hintergründe. Im Fokus stehen die materielle Dimension des Digitalen, die Illusion von Immaterialität sowie die in den Werken verhandelten Prozesse von Innovation, Nutzung und Entsorgung – und wie Material dabei als eigenständige Erfahrungsdimension wirkt.
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